Vorwort des Präses des Zentralausschusses Hamburgischer Bürgervereine
- Verbund der Bürger-, Heimat- und Kommunalvereine -
Gemeinsame Verantwortung heißt mitwirken und mitwirken lassen. Die res publica, die Republik, ist eine gemeinsame Sache. Mit der Wahl von Volksvertretern und indem wir Regierungsmehrheiten schaffen, verlieren wir Bürger nicht die Mitverantwortung für das Gemeinwohl. Allerdings: Die Begeisterung an Politik, die Akzeptanz der Politiker in der Bevölkerung und die Beteiligung an Wahlen sinkt ständig. Gleichzeitig werden die gesamtgesellschaftlichen Aufgaben immer größer und immer dringender.
Globalisierung, Massenarbeitslosigkeit, Integration und viele andere Herausforderungen sind offenbar auch von den kompetentesten Berufspolitikern allein nicht erfolgreich zu bewältigen. Es braucht die gesamtgesellschaftliche Anstrengung, beginnend mit dem Erkennen und der Bereitschaft, über Mut zu Veränderung und Kompromissen, bis hin zum tatkräftigen Einsatz und persönlichen Engagement. Das Erkennen, dass es nur gemeinsam geht, greift um sich. Es wird Zeit für das, was ein früherer Bürgermeister plakativ einmal als "Koalition mit der Stadt" bezeichnete.
Wenn nun Politik verstärkt Mitwirkung zulässt, den Glauben an die eigene Unfehlbarkeit zurücknimmt und die gesellschaftlich relevanten Gruppen an den notwendigen Entwicklungen beteiligt, realisieren wir innerlich wie äußerlich die gemeinsame Sache.
Die Hamburger Bürgervereine stehen für diese Mitwirkung auf allen Ebenen von Politik und Verwaltung. Wir wollen und können mitwirken, seit über 160 Jahren. Dass man uns mitwirken lässt, dafür sorgen wir lautstark zu Anlässen wie dem Hamburger Bürgertag. Unabhängig von Regierung und Opposition, von Personen und Mehrheiten: Wir stehen zu unserer Mitverantwortung für Hamburgs Wohl und bleiben, was wir sind - das Gewissen unserer Stadt!
Michael Weidmann
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