Hummel

Wilhelm Benz, geboren 1786, angeblich als unehelicher Sohn der Anna Maria Toaspern geboren, später verehelichten Benz, von Beruf Wasserhändler, gestorben 15. März 1854.

 

Die Geschichte Hummels, dem wir tausendfach in der Reklame und auf Andenken an Hamburg begegnen, fängt schon komisch an: dieser Mann, der wie eine wandelnde Krämerwaage aussieht, hieß gar nicht Hummel; er hieß Benz, Wilhelm Benz. Um zu verstehen, wie aus dem Benz ein Hummel wurde, muss erst einmal ein alter Standsoldat namens Hummel vorgestellt werden. Daniel Christian Hummel wohnte nach seiner Verabschiedung im Hofe des Hauses Drehbahn 36. Man nannte damals diese Hinterhäuser den Kleinen Wüppermannschen Hof. Hummel soll klein und etwas dicklich gewesen sein und trug, wenn er seinen täglichen Spaziergang über den Wall machte, immer noch den roten Rock seiner ehemaligen Artilleristenuniform. Dabei schmückte er sich gern mit einem Orden, der ihm wohl beim Abgang für treue Dienste verliehen worden war. Wenn auch die Erwachsenen nicht groß von ihm Notiz nahmen, so wusste er sich doch bei der Jugend beliebt zu machen, indem er gern von seinen Kriegserlebnissen erzählte. Da er bei Abschluss der letzten kriegerischen Handlungen in und um Hamburg aber erst 19. Jahre alt gewesen war, wird er wohl Anleihen bei älteren Kameraden gemacht haben. Das nahm die Jugend jedoch nicht so genau. Sie sah in ihm einen Kriegshelden und er war stolz, bei seinen Mitmenschen, wenn auch nur den jugendlichen, noch etwas zu bedeuten.

 

Jugend die einander auf der Straße begegnen, pflegen sich als Ersatz für eine wortreiche Begrüßung mit dem Namen anzurufen, eine Grußform, die auch heute noch in unserer Gegend vielfach üblich ist. Der Ausruf „Hummel!“ war also nichts Besonderes In der Verdoppelung, die rhythmisch einen Wohlklang darstellt, wird der erst den Mangel eines Vornamens ausgeglichen haben. Möglicherweise wollte man auch den Anruf, der mit dem dumpfen „u“ nicht viel Schallkraft hat, verstärken. Hummel wandte sich dann dem Rufenden zu und quittierte mit einem fröhlichen Winken. Dieses gute Verhältnis hielt an, bis der Stadtsoldat a. D. Erkrankte, ins Lohmühlenkrankenhaus eingeliefert wurde und im alter von 41 Jahren starb. Begraben wurde er auf dem Gelände vor der Schwanenbucht, wo vor dem letzten Kriege noch zwei verlassene Grabsteine standen, vor denen aber keiner, nach Ausweis der Jahreszahlen 1780 bzw. 1820, zu seinem Gedächtnis gesetzt war.

 

Sein Tod mag im Familienkreis keine schmerzliche Lücke hinterlassen haben, da von seiner Witwe nicht gerade Rühmenswertes erzählt wird. Aber die Jugend seines Wohnbezirks vermisste ihn. Jugend rufen gern einem Erwachsenen, der ihnen in irgendeiner Weise auffällt, etwas nach, erinnert sei nur an das „Utl-Utl“, womit sie aus sicherer Entfernung jeden aufkreuzenden Schutzmann damals Konstabler genannt zu begrüßen pflegten, ein Brauch, der aus er Zeit der Nachtwächter, allgemein die Ulen (Eulen) genannt, überkommen war.

 

Nun wollte es der Zufall, dass bald nach dem Abscheiden Hummels ein neuer Mieter im Hof Drehbahn 26 einzog, der Wasserträger Wilhelm Benz. Es wäre besser, „Wasserhändler“ zu sage, denn Wasser musste damals eimerweise bezahlt werden. In Hamburg bestanden zu jener Zeit ungleiche Wasserverhältnisse. In den auf der Geest gelegenen Teilen der Stadt konnte man in üblicher Weise einen Brunnen graben. Drang man aber in den niedrig gelegenen Teilen in den Boden ein, so kam man ins Drängwasser der Elbe, das schmutzig und ungenießbar war. Auch der Entnahme des Wassers aus dem Fleet war längst abgekommen. Statt dessen hatte man schon im 16. Jahrhundert angefangen, Wasserleitungen anzulegen. Am Elbabhang auf Altonaer Gebiet und an den höher gelegenen Stellen der nächsten Umgebung gab es gute Quellen, deren Wasser man in Holzröhren in die Stadt leitete und damit Brunnen füllte. So gab es u. a. Eine Feldbrunnenleitung „vor dem Dammtor“- das Dammtor stand damals noch am Jungfernstieg, die 1531 angelegt worden war. Sie entnahm ihr Wasser den Quellen am oberen Ende der Drehbahnen und leitete es in Brunnen, die längst der Linie Dammtorstraße- Jungfernstieg- Gröningerstraße lagen. Einer dieser Brunnen stand auf dem Gänsemarkt und war 1793 als hübsches, turmartiges Gebäude neu errichtet worden. Es war bis 1860 in Betrieb. An diesem Brunnen konnte die Hausfrauen zu bestimmten Tagesstunden das benötigte Wasser kaufen. Von hier bezog auch Wilhelm Benz das Trinkwasser, als Großabnehmer natürlich zu verbilligtem Preise. Wollten die Hausfrauen zum Wäschewaschen weiches Wasser verwenden, so lief Benz unverdrossen zur Alster, füllte seine Eimer an der Ecke des Neuen Jungfernstieges, wo damals schon eine Treppe zum Wasser hinunter führte und schleppte von dort das Gewünschte seinen Kundinnen ins Haus. Da das Altwasser nichts kostete, war immerhin ein kleiner Profit dabei. Die Arbeit war gewiss mühsam, aber sie nährte ihren Mann. Es gab in Hamburg noch mehrere Vertreter dieses Gewerbes, von denen einer namens Krohn 98 Jahre alt geworden sein soll.

 

Nachdem Benz durch den Wasserverkauf zu einigen, wenn auch nur bescheidenen Mitteln gekommen war, wurde er ein lebenslustiger junger Mann, der gern vor sich her sang und mit seien Eimern als leichten Gepäck tänzelnd durch die Straßen zog. Als er dann durch den Tod des Vaters eine Erbschaft, bestehend aus einer goldenen Tabaksdose und einigem Geld, bekam, glaubte er etwas Rechtes darzustellen, lächelte allen vorübergehenden Schönen zu und verliebte sich ernstlich in eine Schenkmamsell. Sobald er sich mit ihr verlobt hatte, übergab er ihr die wertvolle Tabaksdose und händigte ihr das Geld aus, damit sie die nötigen Anschaffungen für den künftigen Hausstand besorge. Aber sein Vertrauen wurde schnöde missbraucht.

 

Die Schenkmamsell ging mit einem Seemann durch und vergaß, ihm Dose und Geld zurückzugeben. Diese Enttäuschung war für das einfache Gemüt des jungen Mannes zu viel. Er wurde trübsinnig und verbittert. Ein kleiner Ärger konnte ihn zu maßlosem Zorn reizen.

 

In dieser seelischen Verfassung zog er in den Hof Drehbahn 36, wo sie Erinnerung an den alten Stadtsoldaten noch nicht erloschen war. Auch dieser neue Einwohner war eine auffällige Erscheinung: Lang und dürr, schweigsam und leicht reizbar, dazu in enganliegenden Zeug, das allerdings für seinen Beruf das einzig Richtige war. Der Hohe Hut und die geschulterte Last immer gleich bleibend, gestraffte Haltung trugen wesentlich dazu bei Ihn, als eine komische Figur anzusehen. Das galt vor allem für die ihm bald ihre besondere Aufmerksamkeit widmeten. Und da sich ein Name gar leichter auf einen Nachfolger übertragen lässt, wenn dieser wie jener etwas Originelles an sich hat, so wird es nicht lange gedauert haben, bis ihm das erste Mal ein Hummel-Hummel nach gerufen wurde. Es wäre wohl dabei geblieben, wenn Wilhelm Benz den Zuruf der Jungen nicht beachtet hätte. Sie hätten wahrscheinlich ihren Spaß daran bald verloren und Hamburg wäre nie zu seinem „Schlachtruf“ gekommen. Aber Benz ärgerte sich darüber und musste seinen Ärger irgendwie Luft machen. Die Eimer absetzen und den Jungen nachlaufen, war nicht ratsam, sie wären wohl bald außer Reichweite gewesen. Mit einem Stein oder einem Stück Holz zu werfen, wäre auch verfehlt gewesen, da sie meistens aus sicherer Deckung vorgingen. So blieb ihm denn nur sein Mundwerk und er gebrauchte es, wie es jeder Lastträger, Kutscher, Ewerführer und Speicherarbeiter zu brauchen pflegten, wenn ihm etwas zugemutet wird, was gegen seine Standesehre geht. Der Unanständige war eben der, der diesen Ausbruch hervorrief.

 

Man sollte meinen, Wilhelm Benz hätte es gemerkt, dass er durch seine stets gleiche Antwort die Straßenjungen immer aufs neue zum Anruf veranlasst, dass es für sie zu einer Art Sport wurde, diese Antwort herauszufordern. Offenbar gehörte er doch zu den geistig Schwachen. Dafür spricht auch eine Geschichte, die eine Kapitänsfrau namens Hupfer aus einer persönlichen Erinnerung erzählt hat: Benz hatte in einem Hause zwei Eimer Wasser abzuliefern, den einen unten in der „Bude“, den anderen oben auf den „Saal“, wie man damals die Wohnräume benannte. Nachdem er der unten wohnenden Frau das Wasser in die Küche getragen hat und sein Geld erhalten hatte, stellte er den leeren Eimer an die Treppe und stieg nach oben. Dort nahm man ihm auch den Inhalt des zweiten Eimers ab und er wollte gerade die Treppe wieder hinuntersteigen, da sah er zu seinem Entsetzen, dass sich unten ein kleines Mädchen auf den leeren Eimer gesetzt hatte und ihn offen sichtlich zu einem anderen Zweck benutzte. Vor lauter Verwünschungen polterte er die Stufen hinunter und war gerade im Begriff, dem Mädchen eine handgreifliche Lehre zu erteilen, als auch schon die Mutter die Tür aufriß und ihr Kind in sichere Obhut nahm. Den aufgeregten Benz aber wusste sie im Augenblick zu beruhigen, indem sie ihm einen Dreiling in die Hand drückte. Er verzog, schon ganz versöhnt, sein Gesicht zu einem Grinsen und meinte dann treuherzig: „Wenn Sie mi nu noch enen Dreeling geben doof, Madamm, denn droff sik de lüttje Deern ok noch mol op den Ammer setten!“ Von seiner Harmlosigkeit, um nicht zu sagen Einfältigkeit, zeugt auch die folgende Geschichte: Benz glückte es zuweilen doch, einen der ihn ärgernden Straßenjungen zu erwischen. Dann konnte es vorkommen, dass der Vater des Verprügelten sich bei der Polizei beschwerte. Die Folge war, dass Benz vorgeladen wurde. Solche Fälle erledigte gewöhnlich der Polizei-Senator selbst. Als dieser nun den armen Sünder gehörig abgekanzelt hatte und der von den harten Worten sichtbar Gestrafte sich geknickt zur Tür wandte, da empfand der hohe Herr doch ein menschliches Rühren und glaubte, ihm noch ein kleines Zeichen freundlichen Verständnisses mit auf den Heimweg geben zu sollen. Am besten war schon, nach dem Ernst der Verhandlung durch einen kleinen Scherz die Angelegenheit wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Deshalb rief er Ihm, als Benz schon nach der Türklinke griff, zu : Na, denn Hummel - Hummel! Benz mochte noch ganz unter dem Eindruck der Standpauke gestanden haben, so dass er den Übergang von der Strenge zur Milde nicht gemerkt hatte. Er war noch wie abwesend, als er sich umdrehte und halb seiner Gewohnheit folgend, halb noch von Respekt erfüllt, antwortete: „Mors, Mors, Herr Senator!“

 

1848 wurde die Wasserkunst in Rothenburgsort in Betrieb genommen. Wenn auch nicht gleich jede Wohnung eine Wasserleitung bekam, so doch jedes Haus oder mindestens jeder Hof. Damit aber war dem Geschäft der Wasserhändler die Grundlage entzogen. Auch der Kundenkreis Benzens wurde kleiner und kleiner. Schließlich reichten seine Einnahmen zu seinem Unterhalt nicht mehr aus. Er stand mittellos da. Aus dieser Not befreite ihn 1853 die Aufnahme in das neu eröffnete Werk und Armenhaus. Ein Jahr war ihm noch vergönnt, sich vom täglichen Kampf mit den Straßenjungen zu erholen, dann starb er. Bei der Drehbahn zum Michaelisfriedhof vor dem Dammtor, einen Teil der jetzigen Anlage “Planten un Blomen“ an der Straße „Bei der Kirchhöfen“ wurde er begraben. Als Mittelloser wurde er auf Kosten der Stadt beerdigt, bekam also sozusagen ein Staatsbegräbnis, was ihm angesichts seiner Bedeutung wohl zu gönnen war. Aber den Bestimmungen gemäß lieferte der Staat nur einen platten Sarg, eine Kiste, die allgemein als „Nasenquetscher“ bezeichnet wurde.

 

Wenn Wilhelm Benz auch sang und klanglos abgetreten war, so lebten doch der Hummelruf und seine Antwort weiter. Ja, sie waren schon zu Benzenz Lebzeiten bei den Hamburgern Allgemein geworden. Sie nahm den Ruf mit, wenn sie in die fremde zogen, wo er ihnen zum Bilde der Heimat gehörte wie die Fleete, die Speicher, Jungfernstieg und der Dom. Dafür haben wir einen untrüglichen Beweis in einer Geschichte, die von dem Auftreten des Schauspielers Rethwisch in New-York berichtete. Rethwisch, dem Ensemble des Steinstraße, später Thaliatheaters angehörend, gab drüber ein Gastspiel im Deutschen Theater. Als das Stück zu Ende war und rauschender Beifall einsetzte, mischten sich einige Hummel-Hummel Rufe in die begeisterten Äußerungen, die alsbald von allen Hamburgern und schließlich, weil so etwas ansteckend wirkt, von allen Anwesenden aufgenommen wurden. Mit jeden Aufgehen des Vorhangs wurde der Ruf stärker, bis der ganze Zuschauerraum von dem tosenden Hummel-Hummel! erfüllt war. Damals hing der gebührende Antwort wohl doch noch der Makel der Unanständigkeit an und Retwisch konnte es nicht wagen, die erwarteten Worte in den Saal zu schmettern. Aber er wusste sich glänzend aus der Verlegenheit zu ziehen. Als schon der Eiserne langsam herunter glitt, trat er ein letztes Mal an die Rampe, drehte sich um, dass er dem Publikum den Rücken zukehrte, zog den Rockschöße auseinander und machte eine tiefe Verbeugung. Die kleine Kunstmannsche Plastik am Memelhaus im ehemaligen Gängeviertel wiederholt, auf einen Straßenjungen übertragen, diese sprechende Geste.

 

Nach dem Ende 1860 die Torsperre aufgehoben worden war, entstanden am Spielbudenplatz Theaterunternehmungen, von denen einige die Hamburger Lokalposse pflegten. Das waren in erster Linie das Carl Schultze - Theater, später Ernst-Drucker und jetzt St. Pauli - Theater genannt. Es gab dort Stücke, die mehr als 400 mal gespielt wurden. Im letztgenannten ging auch eine Posse über die Bretter, die die Gestalt Hummels in den Mittelpunkt stellte. Solche Stücke brachten Redensarten unter die Leute, die z.T. heute noch gebräuchlich sind. So erfuhr auch der Hummelruf eine weitreichende Belebung. Später sollen allerdings besonders die Butenhamburger ihn gehegt und gepflegt haben, bis er im 1. Weltkriege wieder Allgemeingut und gleichsam zu einem Ausweis jedes Hamburgers wurde. Zu seiner Verbreitung über ganz Deutschland trug auch wesentlich das HH in der Kennummer der Hamburger Autos bei. Nach dem 2. Weltkriege sollen in einem Gefangenenlager einige Hamburger einmal den Plan gefasst haben, festzustellen, wie viele Landsleute wohl unter den 20.000 Lagerinsassen sein. Sie gingen von Baracke zu Baracke, von Zelt zu Zelt und ließen überall ein kräftiges Hummel-Hummel! erschallen, worauf gewiss kein Hamburger die Antwort schuldig blieb. In kurzer Zeit hatten sie ihrer 400 festgestellt und zusammengeführt.

 

Ähnliche Geschichten werden in Mengen erzählt. So fuhren einmal ein paar Hamburger Studenten der Münchener Universität in einem Ruderboot über den Starnberger See. Man hatte ihnen gesagt, an einer bestimmten Stelle müssten sie zu einem Schloss hinüber rufen, da käme ein überraschend klares Echo zurück. Als sie diese Stelle erreicht zu haben glaubten, schickten sie im Chor einen Hummelruf übers Wasser. Man sollte meinen, es konnte doch nur ein Hummel-Hummel! zurück kommen. Diese Antwort aber kam nicht, da sie die richtige Stelle im See noch gar nicht erreicht hatten. Statt dessen aber gelangte von einer Frauenstimme ein waschechtes Mors-Mors! als Echo zurück. Es kam aus einer neben dem Schloss liegenden Villa die von Hamburgern bewohnt war. Die junge Frau war gerade auf den Balkon hinaus getreten, hatte den Ruf gehört und instinktiv darauf geantwortet. Natürlich wurde sofort der Kurs des Bootes geändert. Es folgte eine gemütliche Kaffeestunde und ein stimmungsvoller Abend auf der Terrasse, worauf sich eine jahrelange Freundschaft entwickelte. Ein solcher Anruf als Erkennungszeichen ist einmalig. Auch alle rheinischen Städte mit ihren Karnevalsrufen können mit Hamburg nicht konkurrieren. Kein Wunder, dass man in dieser Hinsicht auf Hamburg neidisch wurde. Wie gern hätte Mölln ein Wort von Eulenspiegel auf seinen Schild geschrieben! Aber kein Eulenspiegel, kein Tünnes, kein Nante und kein Hias hat einen schlagkräftigen Ausspruch hinterlassen. Einmal haben die Schleswig-Holsteiner, die ja im weiteren Binnenlande oft mit den Hamburgern zusammengeworfen werden, ihrem Ärger Luft gemacht. Bei einer Sportveranstaltung zogen zuerst die Hamburger in das Spielfeld ein. Dem Ruf „Hummel-Hummel!“ folgte ein Vielstimmiges „Mors-Mors!“ Dann kamen die Schleswig-Holsteiner. Das Publikum meinte, auch sie mit Hummel-Hummel! begrüßen zu können. Das aber war ein Schlag gegen den Stolz der Schleswig-Holsteiner. Sie fassten festen Tritt und antworteten im Rhythmus ihrer Schritt:

 

Wir sind aus Sleswig-Holstein

ji köönt uns fix an`n Mors klein`n!

 

Es war ein jahrzehntelanger Wunsch vieler Hamburger, die Gestalt Hummels in einen Denkmal der Nachwelt zu vermitteln. Dieser Wunsch fand endlich seine Erfüllung, als in einer Feierstunde am 18. September 1938 an der Ecke Rademacher und Breitergang, mitten im ehemaligen Gängeviertel, das Hummeldenkmal enthüllt wurde. Der „Verein geborener Hamburger“ hatte in mühsamer Vorarbeit die Mittel aufgebracht, der Bildhauer Kuöhl hatte die bei aller Derbheit der Vorlage anmutige Gruppe geschaffen und der Hamburger Senat sie in seine Obhut übernommen. Wenn die Bomber des 2. Weltkrieges auch die Reste des Gängeviertels fast ganz vernichteten, ist das Denkmal fast unbeschädigt davongekommen.

 

 

 

 

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