Grußwort des Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg Ole von Beust

Herzlichen Glückwunsch! Der Hummel Club wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Der Wasserträger „Hummel – Hummel!“ ist schon lange eines der bekanntesten Wahrzeichen unserer Stadt. Dank Ihrem Club jedoch verbindet man mit Ihren regelmäßig und häufig auftretenden Traditionsfiguren nicht nur heimatlich gemütvolle Erinnerungen, sondern auch Hilfsbereitschaft und bürgerliches Engagement. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg. Wir alle hoffen auf weitere 100 Jahre!

Ich danke dem Club für seinen vielen, wertvollen Aktivitäten und wünsche Ihnen und Ihren Gästen ein gelungenes Stiftungsfest.

  Ole von Beust

Erster Bürgermeister

 

100 Jahre Hummel - Club von 1902 e. V

Vorwort Hamburg, den 02.11.2002

Wenn ein Geselligkeitsclub einhundert Jahre besteht, dann muss es ein Besonderer sein, in dem das Clubleben harmonisch ist. Das trifft für unseren Hummel Club zu!

Wenn man sich einmal vor Augen führt, dass unser Club zwei verheerende Weltkriege überstanden hat und immer noch existiert, dann können alle Mitglieder stolz auf ihren Club sein.

Wie unser langjähriger erster Vorsitzender Heinrich Sell bereits zum 90. Stitungsfest schrieb, wurde unser Club noch zur Kaiserzeit gegründet, Also zu einer Zeit, als unsere Eltern gerade geboren wurden oder noch die Schulbank drückten.

Im Jahre 1924, genau am 11. August wurde der Klub in das Vereinsregister eingetragen. Eine Kopie der Urkunde findet Ihr auf der nächsten Seite.

An dieser Stelle sei an die Hummelbrüder erinnert, die leider nicht mehr unter uns weilen. Wir haben sie nicht vergessen. Sehr oft wird über sie auf unseren Versammlungen gesprochen, wenn es heißt: „weißt du noch wie der Hummelbruder erzählt hat“. Meistens waren es fröhliche Anekdoten über die heute noch sehr gelacht wird.

Um dem Hummel – Club ein langes Leben zu wünschen gehört aber auch, neue junge Mitglieder von uns anzuwerben, denn wir haben die Verpflichtung, die Tradition hoch zu halten, d. h. die Pflege der Typen, der Geselligkeit und der niederdeutschen Mundart. Selbstverständlich muss es auch zukünftig unsere Aufgabe sein, alleinstehenden Hummelschwestern und Hummelbrüder mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

In diesem Sinne wünsche ich den Club für die Zukunft nur Sonnige Tage.

Der Vorstand dankt allen Mietgliedern für die Treue zum Hummel Club und er wünscht und hofft, dass unser Club noch lange leben möge und dabei weiterhin viel Freude nach innen und außen verbreiten kann.

 

Die Chronik

von 1902 bis 2002

November 1902

Gründung des Hummel – Club durch die Hummelbrüder Willi Eggers, Anton Kortlang, August Ahrens, Oskar Gerhardt, Paul Löwe u. a.

 
Im Jahre 1908 Aufstellung eines Gesangquartetts und eines Musikorchesters

  
September 1924 Eintragung in das Vereinsregister unter der Nummer 1798

  
Februar 1933 Durchführung einer Maskerade

  
Ende 1945 Willi Eggers und andere Hummelbrüder führen

die Clubmitglieder wieder zusammen, Willi Hoffmann übernimmt den Vorsitz

  
Sommer 1950 Einzug in das wiederhergestellte alte Vereinslokal „Frascati“. Hummelbruder Max Hormann

stiftet das Vereinsbanner

 
Februar 1951 die erste tönende klingende lange Nacht ( das

Fest der vielen Masken) nach dem Krieg, im


„Elefanten“ am Holstenplatz, Hummelbruder und Clubwirt Alfred Fliege stiftet eine Hummel - Figur aus Holz.

  
November 1952 50 Jähriges Stiftungsfest im Clublokal „Frascati“

  
Mai 1955 Teilnahme am ersten Umzug nach dem Kriege durch die Hamburger Innenstadt

 
Januar 1957 Mitgliederzahl ca. 90 Hummelbrüder

Hummelbruder Max Hormann stiftet den Club

Sammelkasten aus Holz

  
Oktober 1962 60 Jähriges Stiftungsfest, großer Festabend im „Hotel Norge

  
1960 bis 1975 gab es im Club die Tanzgruppe „Scheich mit

Harem“, die „Hula Hula Tanzgruppe“ und

Musikgruppe „Schlafmützen“ mit Auftitten auf Clubfesten und in der Öffendlichkeit

  
Oktober 1972 70 Jähriges Stiftungsfest in Heidenau im

„Heidenauer Hof“

  
August 1976 Teilnahme am ersten Alstervergnügen

  
November 1977 75 Jähriges Stiftungsfest im Ruderclub

„Favorit Hammonia“

  
Oktober 1980 unsere Hummelfigur wurde im HEBC

Clublokal gestohlen

  
März 1982 Hummelbruder Heinz Sell hat eine neue

Hummelfigur schnitzen lassen

  
März 1983 unser Hummel Sammelkasten wurde im HEBC

Clublokal gestohlen Hummelbruder Jürgen

Wagner fertigte einen neuen Kasten an

  
Dezember 1986 Teilnahme an der Einweihung des Denkmals für

die Zitronenjette am Krayenkamp/ Ludwig -

Erhard – Straße beim Michel

  
Mai 1987 neue Clubjacken und Hüte wurden angeschafft

  
November 1987 Gründung des neuen Club – Chores

  
November 1992 90 Jähriges Stiftungsfest, großer Festabend

im „Hotel Airport“

Mitgliederzahl: 15 Hummelbrüder

  
September 1996 Hummelbruder und erster Vorsitzende

Heinrich Sell wird vom Senat mit dem

Ritzebüttler Portugaleser ausgezeichnet

  
Oktober 1997 Wir nehmen an den offiziellen Festakt zum

100 Jährigen bestehen unseres Hamburger

Rathauses teil

  
Januar 2000 Der Hummel – Club nimmt zum 50 mal an

dem traditionellen Neujahrsempfang beim

Bürgermeister teil

  
Juni 2000 Nach langer Zeit eine Neuaufnahme

  
Juli 2002 Wechsel des Clublokals zum Sachsenweg 85

 
August 2002 Eine weitere Neuaufnahme

  
November 2002 Große Freier zum 100 Stiftungsfest im

„Hotel Hafen Hamburg“:

Mitgliederzahl: 13 Hummelbrüder

 

 

Hummel-Hummel ein Hamburger Original

Der berühmte Wasserträger starb im Armenhaus:

Überlebensgroß steht seit 50 Jahren ein berühmter Hamburger am Kornträgergang: der Wasserträger Hummel - Hummel. Mitglieder zweier Vereine die sich hanseatischer Traditionen verpflichtet fühlen, der Humel Club von 1902 und der Verein Geborener Hamburger, wollen am 18. September ab 15 Uhr den Denkmals Geburtstag an Ort und Stelle, am Kornträgergang, feierlich begehen. Der Bildhauer Richard Kuöhl (1880-1961) hatte die Steinfigur 1939 vollendet. Sie soll an das Hamburger Original erinnern, das am 15.März 1854 verstorben ist und mit bürgerlichen Namen Wilhelm Bentz hieß.

Jener Bentz wäre mit Sicherheit nicht in die Stadt Geschichte eingegangen, wenn er nicht so griesgrämig gewesen und außerdem nicht in eine Wohnung an der Drehbahn 36 eingezogen wäre, in der vor ihm ein pensionierter Stadtsoldat mit Namen Hummel gelebt hatte. Besagter Daniel Christian Hummel soll klein und dicklich gewesen sein und er trug stets stolz den roten Rock seiner ehemaligen Artilleristenuniform und den Orden, der ihm beim Abschied für seine treuen Dienste verliehen worden war. Bei allen Kindern und Jugendlichen der Umgebung erfreute er sich großer Beliebtheit,denn er berichtete ihnen in den buntesten und schillernsten Farben von seinen Helden taten im Krieg. Dabei nahm er es mit der Wahrheit allerdings nicht immer so genau. Denn während der letzten kriegerischen Ereignisse, die er miterlebt haben konnte, zählte er erst 19 Jahre.

Als der Stadtsoldat außer Diensten starb, vermissten die Kinder seine Geschichten sehr. Johann Wilhelm Bentz, der als sein Nachfolger in das Haus Drehbahn 36 einzog, tauften die Jungs und Deerns deshalb sofort Hummel - Hummel. Gereizt antwortete der dürre und schweigsame Wasserträger darauf mit Mors - Mors, was auf gut hamburgerisch das gleiche bedeutet, was Goethes Götz von Berlichingen in gepflegtem Deutsch dem Hauptmann des Kaisers geantwortet hatte. Dass Hummel - Hummel damit ein geflügeltes Wort creierte, hat er selbst nie geahnt. Heute kommt, wo immer auf diesem Globus ein Auto mit Hamburger Kennzeichen HH auftaucht, bestimmt irgendein Kenner auf die Idee „Hummel - Hummel“ zu rufen und jeder echte Hamburger wird mit „Mors - Mors“ antworten.

Es heißt, der Mann in seiner schwarzen Kluft, mit dem Zylinder auf dem Kopf, dem Tragegestell mit den zwei Eimern auf den Schultern, sei nicht immer so miesepeterig wie in seiner späteren Tagen gewesen. Als junger Mann habe er vergnügt und lustig sein Wasser ausgetragen. Ein bisschen Wohlstand stellte sich ein, als er Geld und einen goldene Tabaksdose erbte. Dann aber war`s mit seiner Glückssträhne plötzlich vorbei. Er verliebte sich unsterblich in eine Schenkmamsell. Bei der Verlobung übergab er ihr Tabaksdose und das Geld, damit sie die notwendigen Anschaffungen für den gemeinsamen Haushalt tätigen konnte. Die Deern aber hatte anderes im Sinn. Sie brannte mit einem Seemann durch und verzichtete darauf, Dose und Geld zurück zugeben. Seitdem war „Hummel - Hummel“ trübsinnig und verbittert. Ans Heiraten dachte er nie wieder.

Auch wenn die Erbschaft verloren hatte, der Wasserverkauf ernährte seinen Mann. Denn bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts mussten viele Haushalte ihr Wasser aus zentral gelegenen Brunnen holen. Wem das zu umständlich war, der bediente sich eines professionellen Wasserhändlers, wie Hummel - Hummel einer war. Ein Brunnen stand zum Beispiel auf den Gänsemarkt.

Dort kaufte Hummel - Hummel sein Trinkwasser. Zum Wäschewaschen schöpfte er Wasser aus der Alster. Die Transportdienste ließen sich die Träger natürlich bezahlen.

Traurig gestaltete sich das Ende des unfreiwillig komischen Mannes. Er verstarb 68 Jährig im Werk und Armenhaus, nachdem er vorher bittere Jahre des Niedergangs miterlebt hatte. Denn 1848 weihte man die Wasserkunst im Stadtteil Rothenburgsort ein. Wenn auch nicht gleich jede Wohnung eine Wasserleitung bekam, so doch zumindest jedes Haus und jeder Hof. Die Wasserhändler brauchte man nun nicht mehr. Bentz Kundenkreis schrumpfte mit dem Wachsen der Hausanschlüsse. Nach fünf Jahren stand er mittellos da. 1853 nahm ihn im Armenhaus auf.

Der Hummel - Club von 1902 hält die Erinnerung an Bentz und andere Hamburger Originale, wie zum Beispiel Aal Weber, Zitronenjette, Jan und Hein, wach. 28 Mitglieder zählt gegenwärtig der Traditionspflege - Verein. Bei festen, Umzügen und offiziellen Anlässen sieht man sie im historischen Kostüm. So können die Kinder dem Wasserträger auch heute noch Hummel - Hummel nachrufen, obwohl nicht mehr das Original in der schwarzen Kluft steckt.

Übrigens: Der Hummel - Club ist eine ausschließlich männliche Domäne. Laut Satzung dürfen Damen nicht aufgenommen werden. Allerdings komme, wenn die Vereins eigenen Kostüme vor einem Auftritt aus dem Schrank geholt werden, auch Kleider und Schürzen zum Vorschein. Und in die zwängt sich nicht einer der Herren, sondern eine der Ehefrauen verwandelt sich in die Zitronenjette oder Hamburger Köksch (Köchin), die weiblichen Pedants zum Hummel-Original.

 

 

 

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