Hamburger Bürgertag 2005
Beim diesjährigen Bürgertag ließ sich der Bürgermeister Ole von Beust von der 2. Bürgermeisterin Birgit Schnieber-Jastram vertreten, da zur gleichen Zeit im Mariendom der Trauergottesdienst für den verstorbenen Papst Johannes Paul II. stattfand.
Die Bürgermeisterin dankte in Ihrer Ansprache den 85.000 Hamburgern, die sich in Bürger Heimat- und anderen Vereinigungen ehrenamtlich engagieren, um anderen zu helfen. Ohne diese Menschlichkeit, ohne das "für andere da sein " sehe es gerade in den heutigen schwierigen Zeiten sehr viel schlechter in unserer Stadt aus. Aber gerade durch das Wirken dieser "Ehrenamtlichen" gibt es genügend Beispiele für Menschlichkeit und Verantwortung für ihre Mitmenschen.
Der Präses des Zentralausschusses Hamburgischer Bürgervereine von 1886 r.V. Michael Weidmann, sprach in seiner Ansprache über den Wert der Politik und des Ehrenamtes. Hier einige Kernsätze seiner Rede:
"Seit 15 Jahren überlege ich mir, welche herausragenden Geschehnisse in Hamburgs Politik und Gesellschaft zum Bürgertag zu erwähnen, zu würdigen oder zu kritisieren sind. In diesem Jahr war dieses besonders schwierig. Aber woran liegt es eigentlich, dass nicht die Politiker selbst auch außerhalb von Wahlkämpfen intensiv von ihren Erfolgen berichten? Müssten wir nicht auch während der Wahlperiode überzeugt werden, dass die richtigen Politiker am Ruder sind?
Machen wir uns nichts vor - es geht uns nicht gut. Wir haben immer weniger Arbeit und immer weniger Geld in der Tasche und trotzdem wird alles teurer. Wer ist Schuld daran? Die Globalisierung und die Weltwirtschaft, Bevölkerungsentwicklungen und Rohstoffressourcen? Nein. Im Grunde nicht, denn kaum eine dieser Entwicklungen erfolgt überraschend. Es ist die Aufgabe der Wissenschaft, Entwicklungen anzukündigen. Und es ist die Aufgabe der Politik, uns die sich daraus ergebenden Notwendigkeiten und Lösungen aufzuzeigen und zu erklären. Bürgernahe Politik und bürgernahes, transparentes Verwaltungshandeln ist, den Menschen Antworten auf ihre Fragen zu geben, dass ist einer der Gründe, weshalb wir zum 27. Mal zum Hamburger Bürgertag zusammen kommen. Der zweite Grund ist die Ehrenamtlichkeit und die Bedeutung, die das Ehrenamt für unsere Stadt hat.
Ohne unsere Bürgervereine wären Stadtteilbewusstsein, Selbsthilfe, soziales Engagement, Kultur, Geschichte ungleich ärmer. Ohne die Bürgervereine in den Stadtteilen hätte Verwaltung weniger Ohren am Bürger und weniger Partner für die Durchführung behördlicher Maßnahmen. Ohne das ehrenamtliche Engagement in unserer Stadt, natürlich nicht nur in den Bürgervereinen, sondern genauso in Tausenden anderer Vereine und Organisationen, wäre Hamburg gar keine starke Gemeinschaft, keine selbstbewusste Weltstadt. Hamburg ist gut, weil wir gemeinsam - Politiker und Ehrenamtliche - Hamburg gut machen".
Bericht von Günher Stümpel